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Zu den Graden im DKV

Unterstufe

Zum 9. Kyu (Weißgurt):
Der 9. Kyu ist erst vor einiger Zeit durch den DKV (Deutscher Karate Verband) in Deutschland eingeführt worden. Anfänger im Karate tragen einen weißen Anzug mit weißem Gürtel. Dennoch wird eine Prüfung zum Weißgurt (9. Kyu) durchgeführt. Dadurch können erste Prüfungserfahrungen gesammelt werden. Rituell betrachtet ist diese Prüfung quasi die Aufnahme in die Karate-Gemeinschaft. Im traditionellen Karate wird ein Karateka durch eine aktive Teilnahme am Training in die Gemeinschaft aufgenommen.

Zum 8. Kyu (Gelbgurt):
Der 8. Kyu ist der Einstieg in verschiedene grundlegende Übungsformen (Kihon, Kata), über die bestimmte Bereiche von Techniken (Angriffe, Blöcke, Konter) aufgezeigt
werden. Der Karateka erhält so eine Ahnung, wie Lernen im Karate betrieben wird und welche Schwierigkeiten sich auf dem Weg der Vervollkommnung ergeben könnten. Es wird eine Idee von der karatespezifischen Koordination der Extremitäten bei Techniken vermittelt. Schwerpunkte im technischen Bereich liegen in der groben Bewegungsausführung und der korrekten Endstellung.

Zum 7. Kyu (Orangegurt):
Im Prüfungsprogramm zum 7. Kyu sind alle wichtigen Übungsformen des Karate bereits angesprochen (Kihon, Kata, Kumite). Der Karateka muss das erste Mal am Partner Übungen demonstrieren und seinen Umgang mit dem Partner zeigen. Dadurch wird auf einem niedrigen Niveau der Freikampf vorbereitet.

Mittelstufe

Zum 6. Kyu (Grüngurt):
Der 6. Kyu ist ein sehr wichtiger Kyu-Grad, da bei diesem Kyugrad viele TaiSabaki- Bewegungen geprüft werden (im Sanbon Kumite). Darüber hinaus ist das Prinzip der Gleichzeitigkeit von Angriff und Konter im Sanbon Kumite beim Age Nagashi Tsuki enthalten. Ein Karateka, der den 6. Kyu bestanden hat, ist von der Kraft und Schnelligkeit der Ausführung der Techniken her kein Anfänger mehr.

Zum 5. Kyu (Blaugurt):
Ein Großteil der Techniken und Prinzipien des Wado-Ryu sind im Prüfungsprogramm zum 5. Kyu enthalten. Schwerpunktmäßig werden Abwehrtechniken vervollkommnet. Das Prinzip der Defensivität und des sich selber Zurücknehmens wird durch die Dominanz der Abwehrtechniken in diesem Prüfungsgrogramm deutlich. Bei den vorangehenden Kyu-Graden wurden die Angriffstechniken favorisiert, denn eine effektive Abwehr kann nur geübt werden, wenn die Angriffe in einer bestimmten Güte erfolgen.
Jetzt müssen die Bewegungsabläufe dynamisch erfolgen, d. h. die Koordination und die Geschwindigkeit der Techniken müssen deutlich verbessert sein.

Zum 4. Kyu (Blaugurt):
Bei diesem Kyu-Grad wird erstmals die Möglichkeit der Abwehr mit den unteren Extremitäten, den Füßen, eingeführt (Sokutei Mawashi Uke). Im Sanbon Kumite werden besondere Freikampfprinzipien aufgezeigt, z. B. durch die Otoshi Uke Übung, in der ein Block und ein Konter gleichzeitig mit verschiedenen Extremitäten ausgeführt werden müssen (vgl. Gosennote-Prinzip). Die Prüfung zum 4. Kyu stellt quasi das Ende der Farbgürtel dar, da die Braungurte bereits deutliche Qualitätsmerkmale eines Schwarzgurtes haben sollten. Beim 4. Kyu müssen Kraft, Schnelligkeit, Timing , Abstand und Konzentration zumindest auf niedrigem Niveau bei jeder Technik enthalten sein. Bei den unteren Gürteln reicht es, dass diese Prinzipien auf einzelne Techniken verteilt sind. Darüber hinaus muss nun der Abstand bei den Freikampfübungen korrekt sein.

Oberstufe

Zum 3. bis 1. Kyu (Braungurt):
Beim 3. bis 1. Kyu (dem Braungurt) müssen fast alle Prinzipien gleichzeitig in den jeweiligen Techniken auf hohem Niveau angewendet werden können. Es muss durch die Güte der Ausführung deutlich werden, dass der Karateka Kenntnisse über alle Wado-Ryu Prinzipien hat. Im Braungurtprüfungsprogramm sind – außer Uchi-Waza und wenigen Ohyo und Kihon Kumite Formen – alle Techniken des Wado-Ryu-Prüfungsprogrammes bereits enthalten. In Japan ist der Qualitätsunterschied zwischen Braun- und Schwarzgurten nicht sehr groß. In der Ausdrucksweise japanischer Universitäts-Karate-Clubs sind die Braungurte quasi die angehenden Vorbilder (Yunkambu). Die Steigerung davon sind die Schwarzgurte, die als Kambu (Vorbilder) bezeichnet werden.

Die Qualität der Braungurte im Freikampf und in anderen Kumiteformen muss deutlich machen, dass auch im Kampf gegen Schwarzgurte eine Chance bestehen würde. Einige grundlegende taktische Fehler beim Kämpfen werden jedoch noch nachsichtig beurteilt.

Zum 1. Dan:
Beim 1. Dan muss die ganze Basis des Wado-Ryu-Karate bekannt und gekonnt sein. Dies schließt auch die Taktik in Form von Finten, psychischer Beeinflussung und ähnlichem ein. Mit dem 1. Dan sollte der Karateka die Prinzipien einer bestimmten Stilrichtung verinnerlicht haben. Dies muss in der Ausführung der Techniken auch für Außenstehende erkennbar sein. Darüber hinaus muss der 1. Dan eine Idee für sich entwickelt haben, wie er selbst Karate weiter betreiben und vervollkommnen möchte und wie er dieses Karate weitergeben könnte. Daher spielen neben der Güte der Ausführung der Techniken auch die Ausstrahlung, das Niveau, das persönliche Engagement, das sich über die Ausführung der Technik zeigt, u.ä. eine Rolle.

Zum 2. Dan:
Der 2. Dan muss zeigen, dass alle Wado-Ryu Techniken bekannt sind und dass diese in entsprechender Güte ausgeführt werden können. Es muss eine größere Routine als beim 1. Dan erkennbar sein, und es muss deutlich werden, dass weiter an der Vervollkommnung der Techniken und Taktiken gearbeitet worden ist. Bei den Kumite-Formen und insbesondere im Freikampf muss deutlich werden, dass eigene Freikampferfahrungen eingebracht und umgesetzt werden.

Zum 3. Dan:
Beim 3. Dan muss die Technik und auch die Umsetzung taktischer Prinzipien sehr gut sein. Der 3. Dan muss selber fühlen, dass alles was er tut, von ihm verinnerlicht worden ist und zusammenpasst . Auch Außenstehende sollten dies mühelos erkennen können. Als 3. Dan sollte man alle Wado-Ryu-spezifischen Besonderheiten kennen und umsetzen können, da man mit diesem Dan-Grad ein wirklicher Wado-Ryu Karateka geworden ist.

Zum 4. Dan:
Es müssen Kraft, Schnelligkeit und alle anderen Komponenten vorhanden sein und es muss ein hohes Niveau an technischer Exaktheit hinzukommen. Alle Details müssen stimmen und von den individuellen Merkmalen und vom Gefühl des Ausführenden her exakt zusammenpassen. Der 4. Dan braucht insbesondere eine hohe Flexibilität. Er muss zeigen, dass er neue Dinge schnell aufnehmen und umsetzen kann. Es muss erkennbar sein, dass er sich über lange Zeit intensiv mit Karate auseinandergesetzt hat.

Zum 5. Dan:
Der 5. Dan muss sich selber das große Ziel setzen, ein sehr guter Karateka zu sein. Dies bezieht sich auf die Technik, d.h. auf eine hohe Qualität in der Ausführung der unterschiedlichen Übungsformen. Darüber hinaus muss der 5. Dan auch ein guter Lehrer sein. Er muss ein Vorbild für seine Schüler sein können. Seine Technik und karatemäßige Ausstrahlung müssen so ausgeprägt sein, dass die Schüler auch ohne Erklärungen von ihm lernen können. Sportliche Komponenten wie Kraft und Schnelligkeit sind nicht mehr so wichtig wie bei den anderen Dan-Graden, vielmehr treten die Exaktheit der Ausführung, die Klarheit in der Ausstrahlung und die deutlich sichtbare Umsetzung von Details in den Vordergrund. Ein 5. Dan sollte ein guter Karateka aber auch ein so guter Lehrer sein, dass man von ihm bedenkenlos alle Anweisungen übernehmen kann. Er sollte, unabhängig von seiner Stilrichtung, eine karatemäßige Ausstrahlung haben. Er soll so souverän sein, dass auch ohne äußerliches Abzeichen wie z. B. Gürtel die Güte seines Karate erkennbar ist.

Quelle: Karate - Der Weg des Schwarzgurtes, S. 167-169
von Teruo T Kono, 8. Dan Wado-Ryu, 8. Dan Shindo Yoshin Ryu Jujutsu
https://www.budolife.de/de/Karate-der-Weg-des-Schwarzgurtes-von-Teuro-Kono--Wado-Ryu-.html